Seit mitte november befinden wir uns also wieder auf australischem boden. Der flug dorthin war nicht ganz sorgenfrei. Wir hatten bereits beim hinflug uebergepaeck und nachdem wir uns mit mitbringseln fuer uns und andere eingedeckt hatten, wuchs unsere angst das alles bezahlen zu muessen. Unser check-in gepaeck betrug allein knapp 60kg und als handgepaeck schmuggelten wir noch verbotene 20kg mit. Mit etwas gemogel und glueck haben wir es dann, ohne etwas extra zu bezahlen, geschafft. Erleichert darueber erreichten wir Darwin mitten in der nacht. Wir nahmen uns ein taxi und liessen uns zum krankenhaus fahren, wo appa jetzt schon seit 2 monaten verharrte. Majan hatte vor der abreise irgendwas am auto gemacht, sodass im falle eines falles appa nicht zu bewegen waere. Nun hatte er die dinge wieder rueckgaengig gemacht, doch appa gab trotzdem kein laut von sich. Erst nach einer nacht vor ben und mirandas einfahrt und einer starthilfe vom australischen adac mit einer megabatterie, schnurrte appa wieder. Die folgende woche genossen wir die hervorragende gastfreundschaft, wie auch vor der abreise im haus von ben und miranda und den vier doktoren. In der zeit machten wir das auto wieder startklar, sprangen in den geilen pool, ueberreichten unsere mitbringsel, machten eine steuererklaerung, andere erledingungen und verbrachten leckere abende unter palmen an einer der vielen kostenlosesn bbq’s am strand, welcher durch die rot-orange-gelb verzierten klippen, besonders beim sonnenuntergang, richtig praechtig zur geltung kam.
Aufgrund der heissen weihnachtszeit und der schrecklichen schokolade in gekauften kalendern beschloss ich, dass wir uns gegenseitig einen kalender mit einem budget von 30dollern schenken muessen. Die jagd nach schnaeppchen war nicht gerade die einfachste, doch schaften wir die vollendung der kalender und ueberreichten sie uns gegenseitig. Waehrend der fuer mich gebastelte aus pappbechern mit trolligen weihnachtsmaennern besteht, deren oeffnungen mit braunem klebeband verdeckt sind, besteht die verhuellung von majans kalendertuerchen aus zeitungspapier und kleinen, wohlgemerkt selbstgemalten nummern. Von miranda gab es dann auch noch einen fuer uns beide.
Als wir dann endlich los sind, lag eine strecke von 1200km bis Broome vor uns. Da wir die sache aber etwas gemuetlicher angehen wollten, gestatten wir unseren geliebten bitter springs einen kurzen, aber dennoch unschoenen besuch ab. Wir bewaffneten uns mit schnorchel, unterwasserkamera und taucherbrille und huepften in das kristallklare warme wasser. Nach dem fotoshooting unter wasser, hatten wir genug algenzeugs in den haaren und gingen zurueck zu appa. Eigentlich ein super start, nur das der herr majan dann festellen musste, dass sich der autoschluessel nicht mehr in seiner arschtasche befand, sondern in dem flusslauf. Problem bei der ganzen sache ist, dass dieser flusslauf eine tierische stroemung aufweist und der komplette boden mit algen, baumstaemmen und anderem zeugs uebersaeht ist, sodass dies nun einer nadelsuche im heuhaufen aehnelte. Nicht gerade optimistisch sind wir dann den flusslauf abgeschnorchelt, bis majan den silbernen scheisser ausfindig machen konnte. Heilfroh gings dann ersteinmal weiter bis wir an der tanke dann die fette beule vorne unten links, auch frontspoiler genannt, wie ich so eben erfahren habe, registrierten. Beim einparken bei den bitter springs wollte der eine holzpfeiler wahrscheinlich nicht so wie wir wollten. So war die euphorie des schluesselfundes wieder hin.
Auf dem weg nach broome gings durch die bekannte kimerberly region. Diese ist im gegensatz zu der sonst so tristen und oeden landschaft mit ihren dunkelroten warmen riesenfelsen, wie man sie vielleicht aus marlborowerbungen kennen mag eine sehr willkommmene abwechslung. Wir sind meist recht frueh aufgestanden, da die extreme hitze einem das fahren tagsueber unausstehlich machte und eher zu einem nickerchen einlud. Sobald die sonne aufging war ich quicklebendig und nervte majan solange bis er aufstand. Dies war meistens gegen 4uhr, spaeter dann 5uhr, da sich der sonnenaufgang umso westlicher wir kamen nach hinten verlagerte. So hatten wir morgens einige stunden bis die sengende hitze ab 9uhr auf das land einprasselte und so konnten wir morgens auch die vielen kangaroos, wallabies(kleine kangaroos) und rinder am strassenrand grasen, sowie huepfen sehen. Im uebrigen haben wir eine liste der toten tiere gefuehrt. Die messung beginnt ab darwin und endet in broome. Auf der zurueckgelegten strecke sind wir zu folgenden ergebnissen gekommen:
1 echse
3 wildschweine
21 rinder
27 voegel, von denen zwei auf unsere kosten gehen
270 kangaroos, wallabies
Dadurch sind wir jedoch auch in den genuss gekommen, schwarze adler ganz nah zu sehen, da diese sich auf die frischen kadaver stuerzen und sich ueber die innereien hermachen. Nachmittags hielten wir meist irgendwo an, lasen oder schliefen. Wir hielten uns nur im auto auf, den auch bei starkem wind war es einem nicht moeglich den abertausenden fliegen zu entkommen. Kaum stieg man aus dem auto aus, war der ruecken bedeckt und drei dutzend schwirrten staendig im gesicht herum. Auf den rastplaetzen sah man dann die leute, ohne fliegennetz fuer den kopf, solange im auto verharren, bis die sonne untergegangen war und es keine fliegen mehr gab. Selbst morgens um 4uhr hat man sie schon vorm fenster rumschwirren sehen, wie sie sehnslichst auf einen warteten. Achja und auf dem weg nach brooma hat majan auch noch eine geniale idee entwickelt. Wir tragen das trinkwasser ja immer in 10l kanistern herum und wenn die aufgebraucht waren, kamen diese meist in den muell. Nun hat majan diese kanister aber mit leitungswasser an tankstellen oder so aufgefuellt, vorne in appas bullenfaenger eingeschnallt und abends kommen die auf die offene heckklappe, welche durch eine zeltstange gestuetzte wird und schon ist sie fertig, die dusche. Sobald es abend und fliegenfrei wurde, hiess es nackisch machen und unter den kleinen aber dennoch goettlichen duschstrahl stellen, um den tagsueber ausgeschwitzen schweiss loszuwerden. Die highlights der strecke waren majans mittelohrentzuendung, die mit antibiotika und einem teuren artzbesuch behoben werden konnte und einem roadhouse im nirgendwo, bei dem der gesamte hinterhof mit pfauen(ca. 30) und enten bestueckt war und wir sowohl ein kamel als auch einen bullen, der die groesse des kamels hatte auf einer koppel vorgefunden haben.
Nach ein paar tagen, kleinen unschoenen orten, kahlen und schoenen landschaften und etlich durchgehoerten hoerbuechern erreichten wir broome am morgen. Broome liegt direkt an der kueste und da wir das meer schon lange nicht mehr gesehen hatten und brooms cable beach fuer einen der schoensten straende australiens gehalten wird, sind wir da gleich mal hin und sind baden gegangen. Das wasser war schon erheblich kaelter als in indonesien, doch wahrscheinlich deutlich waermer als die aktuelle lufttemperatur in berlin. Der strand ist wirklich ausergewohnlich schoen. Er ist sehr breit, erstreckt sich ueber eine beachtliche laenge und das wasser ist wunderschoen blau und aehnelt katalogbildern. Danach waren wir am townbeach toast essen und als wir da so sassen und das verfettete paerchen neben uns beobachteten, faehrt ein halbnackscher knackig brauner opi auf einem mini elektrobike entlang, der als kroenung noch seine arschritze herausblitzen lies und uns das schokotoast um etliches versuesste. Eigentlich wollten wir ja in broome bleiben und dort eine arbeit finden. Wir waren im internet, haben uns nach angeboten umgesehen, doch igendwie wollten wir weiter. Den abend genossen wir noch das essen am strand beim sonnenuntergang und dank einiger kinder mussten wir uns auch nicht um die gierigen moewen kuemmern, da diese mit brum brum graeuschen um die leute rannten.
So sind wir also die westkueste runter richtung sueden. Die rinderfarm suedlich von broome, die uns eine aerztin aus darwin empfiel, war ein reinfall. Die leute waren auf ihren telefonen nicht erreichbar und als wir zu der abbiegung gelangten, welche zu der farm fuehrte, stand ein riesiges fettes zutritt verboten schild dran und da es bei weitem kein sinn gemacht haette, neben dem highway dort einige tage zu verweilen, zogen wir weiter. Naechster stopp port headland. Eine ziemlich oede industriestadt, dessen bbq platten wir fuer ein paar toasts missbrauchten. Danach waren wir in karratha, eine genauso oede stadt mit einem genauso dreckigem strand. Naechster stopp war dann exmouth, die stadt sich auf bildern schon recht gut hermachte. Wir sind erstmal zum strand, denn eigentlich ist dort surf moeglich, nur an diesen tagen nicht. Ausserdem war dieser ort sowas vom fliegenbefahl betroffen, dass die leute auf den campingplaetzten nur mit fliegennetzen herumliefen. Das andere highlight waren die emus in der stadt. Diese liefen mit ihren kindern voellig selbsteverstaendlich durch die strassen im zentrum und durch den stadtpark, das majan regelrecht erschracken, wenn die aufeinmal neben uns standen. Wir fuhren gerade aus dem einkaufszenter herraus, bogen links ab und als majan nach rechts aus dem fentser guckt, hatte er den kopf direkt vor sich. Ansonsten ist die stadt noch fuer seinen nationalpark bekannt. Dort kann man zu bestimmten jahreszeiten schlidkroeten bei der eiblage sehen, sowie mit walhaien tauchen, vorbeiziehende wale beobachten, etliche rochen bestaunen, korallenbesammung miterleben und ueber das nigaloo riff schnorcheln, sowie darin tauchen. Wir waren zur zeit der schildkroeteneiablage vor ort, nur wurden derzeit keine touren oder sonstiges angeboten. Wir sind weiter richtung sueden und haben in coral bay halt gamacht. Auf der karte hat es die groesse der vorherigen orte, doch zu unserem estauenen bestand coral bay eigentlich nur aus einer dorfstrasse. Der strand ist klein und doch ein traum, nur das der starke wind und das kalte wasser unseren geplanten schnorchelgang ueber dem riff verhinderten. Es war eine kleine bucht bei der man nur wenige meter laufen musste und schon hatte man papgaienfische und rochen um sich herum. Wir haben unseren nachmittag dort verbracht und sind nach carnarvon. Tja und carnarvon sollte nun der ort sein, indem wir uns niederlassen und fuer die naechsten monate arbeiten. Wir sind ersteinmal Sonntag angekommen, was ja nicht gerade einladend fuer die jobsuche ist. so haben wir den strand angefahren, ein nicht gerade schoener. Danach ging es auf den caravanpark. Hinter der rezeption stand ein deutscher. Harald lebt in australien, war ausgesprochen nett und ermunterte uns gleich mit den worten“hier findet jeder was!“. Am nachmittag desselben tages radelte er dann an unserer stellflaeche vorbei und meinte, dass er einen job fuer mich haette. dieser sei nur 900m die strasse runter, in dem motel. Die eigentuemer sind die, die auch den caravanplatz leiten. So sind wir da gleich hin und ich hatte einen job. Ab dem naechsten tag war ich als putze angestellt, hatte mich aber fuer mehrere sachen eingeschrieben. Dann habe ich gleich vicky und angie kennengelernt. Beide so in den vierzigern oder fuenfzigern. Angie hatte eine zerissene hose, ziemlich miese zaehne und einen schweissgeruch, der einem jegliche muedigkeit aus der seele riss und war dennoch echt nett, redete nur ununterbrochen irgendwelchen stuss. Vicky war die person mit der ich dann als team zusammengearbeitet hab. Anfangs machte ich die betten, dann erkannte sie aber die guenstige lage und lies mich klo und kueche schruppen. Der erste tag war noch ziemlich widerlich, weil ich meine handschuhe erst am folgenden tag mitbrachte, den vicky und angie putzen die kacke auch ohne handschuhe aus den klos, profis eben. Der arbeitstag stellte sich spaeter nur als ein arbeitsvormittag herraus. So lief es dann auch die naechsten tage. Um 8.30uhr fing ich an und gegen 12uhr waren wir auch schon wieder fertig. Nicht gerade rentabel und solchen spass macht es dann auch nicht.
An einem der abende schaute dann noch jan aus bowen mit zwei anderen maedels vorbei und wir verbrachten einen sueffigen abend zusammen. Am naechten tag bin ich wieder zur arbeit und am nachmittag sind wir dann zu den noerdlich gelegenen „blow holes“. Diese gehen zur richtigen tide und bei gutem wellengang richtig ab. Die loecher liegen am wasser und sind in den klippen drin. Vergleichbar sind die loecher mit dem bernard und bianca film, wo das kleine maedchen in das loch hinabsteigen muss, um den diamanten heraufzuholen. Bei einer guten welle jedenfalls schiesst eine 10m hohe fontaene aus dem loch hinaus und roehrt vom feinsten. Nach dieser erfrischung ging es auf einer unbefestigten strasse richtung gnarloo, ein guter surfspott. Bis nach gnarloo sind wir jedoch nicht gekommen, da der weg es uns unmoeglich machte die 68km zu bewaeltigen. So haben wir lediglich den darunter liegenden spot red bluff erreicht. Anfangs sah die strecke recht vernuenftig aus, doch umso weiter wir fuhren desto schlimmer wurde der zustand. Entweder die strecke war komplett mit tiefen mal weniger tiefen zuckersand bedeckt oder die strasse war uebersaeht von scharfkantigen grossen steinen und ziemlich fiesen unebenheiten, sodass wir beide sehr um appa bangten und die fahrt mit der anspannung und dem starken staubigen wind alles andere als eine erholung war. Der wind war auch so stark, dass kein surf moeglich war und ich glaube dass appa den weg zum strand nicht mitgemacht haette. Erleichtert darueber, dass keines der raeder den geist aufgegeben hat, fuhren wir nach carnarvon zurueck. am naechsten tag beschlossen wir den ort zu verlassen und es weiter suedlich zu versuchen, da sich die gegenden wesentlich besser anhoeren und besseres bieten. Wir hatten nun schon auf dem campingplatz fuer eine woche bezahlt und somit zeige ich am nikolaustag den kloschuesseln und betten den ruecken, kann die ganze sache als erfahrung abhacken und weiss, dass ich das nicht machen will. Am nachmittag desselben tages sind wir an die tanke, um den reifendruck wieder zu erhoehen. Dabei stellte majan jedoch fest, dass bereits das metal an der reifeninnenseite herrausragte. Also ab zum reifenheinie, der unsere beiden vorderreifen gewechselt hat und ueber den zustand des einen reifens schon sehr erschrocken gewesen ist. Danach meinte er, dass die spur wieder eingestellt werden muesse, da unsere vordereifen leicht nach innen neigen und sich deshalb so aufgerieben haben. Aha und auch weiss ich jetzt, dass die reifen mit metal durchzogen sind. Jetzt haben wir das auch beheben lassen und irgendwas ist jetzt schonwieder lose. Am besten ihr lest das mal auf majans seite durch, um da durchzusehen.
Morgen koennen wir dann das 6. tuerchen oeffnen. Es macht einen heidenspass so frueh aufzustehen und sich gleich auf die kalender zu stuerzen. Und ausserdem wird morgen zum letzten mal geschrubbt.
Wir werden jetzt die kueste wieder runterdackeln und in orten, in denen es uns gefaellt nach arbeit umschauen und hoffentlich finden wir auch bald was akzeptables. Also euch allen einen schoenen 2.advent und einen super nikolaus.
Hallo meine Süße! ENNDDLICH habe ich mir die Zeit genommen um mal wieder einen Bericht von dir zu lesen und vorallem zu antworten. Ich habe von Mama ja auch einen superAdventskalnder mit Fotos bekommen und wies der Zufall so will, warst du heute hinter dem Türchen. Welch große Freude. Am coolsten find ich ja die Sache mit dem Autoschlüssel, hattet ihr wohl eure Glückspilzshirts an.Kann ja garnicht anders sein. Ich glaub der Blechschaden ist halb so wild als wenn der Schlüssel weggewesen wäre. Mit euren schönn Stränden hört sich ja super an, aber mit Rochen möcht ich nicht schwimmen gehen. Und die Fliegenplage erscheint mir auch nicht so wirklich toll. Aber die verschwinden bestimmt auch mal wieder. Hier ist alles weihnachtlich und alles andere als beschaulich.Aber das wird sich am 24. gegen 17.00 schnell ändern und dann machen wir es uns richtig gemütlich und werden immer die mütze anschauen, die mama und papa schon fürs nächste weihnachtsfest für dich bereit gelegt haben. An Dennys Geburtstag war übrigens noch große Siegerehrung für den Staffellauf mit echten Goldmedaillen.Junge, Jung jetzt kann ich ganz schön angebn. Und Mama sucht schon wieder neue Teilnehmer. Ich rechne fest mit dir, ich glaub du wärst der richtige Trainingspartner für mich. Sonst alles schick hier, keiner hat die Schweinegrippe, alle freuen sich auf den nahenden Urlaub,Ferien und haben die Nase voll vom fürs Klausuren/testschreiben.
lernen. Habe auch schon gute Vorsätze fürs neue Jahr, will mich öfter bei euch melden.Ist doch herrlich,oder.
Und Tini, sobald du wieder in einem portofreien Bundesland ist, schreib dem Onkel Ad ne Karte. Er freut sich doch immer so.
So Schneckchen dass wars für heute, passt schön auf auf euch und habt euch lieb. Ich denk an euch, schick euch ein paar Knutschis und grüß mir den Majan auch ganz doll.
Von: Sandra am Dezember 7, 2009
um 8:19 pm