Verfasst von: zuerni | November 30, 2009

Schon etwas laenger her…

Die kleine schwester balis

Nachdem majan und ich wieder happy beisammen waren, verbrachten wir noch einen tag in bali und sind dann nach lombok. Lombok ist eine nachbarinsel oestlich von bali und wird oft als deren huebsche schwester bezeichnet. Wir kauften uns ein ticket bei einer busorganisation, was sich am ende des tages mal wieder als voellig nutzlos herrausgestellt hat, da es sich deutlich laenger und teurer herrausstellte als beim rueckweg, welchen wir stressfreier auf eigene faust bewaeltigt haben.
Am selben abend erreichten wir dann endlich hungrig und verschwitzt kuta – lombok im sueden der insel. Wir schmissen unsere sachen ins zimmer und machten uns auf die jagd nach einem happen zu essen, denn das kuta in lombok hat mit dem kuta in bali, ausser dem namen, rein garnichts zu tun. Wir wussten ja, dass kuta lombok etwas ruhiger sein sollte, doch das es so ruhig ist, haette ich nicht gedacht. Am strand sind wir dann auf einen ganz netten warung (einheimisches esslokal) gestossen und als der inhaber was vom besten essen in ganz kuta gefaselt hat, wollten wir uns das spektakel nicht entgehen lassen. Fuer majan gabs fisch und fuer mich irgendein tofu zeugs, geschmeckt hat es uns beiden recht gut. der strand, an dem das lokal war, war durch den vielen muell ziemlich miserabel und erfuellte nicht gerade lomboks cliche von weiten weissen straenden mit klaren blauen wasser. Beim essen kamen dann eine hand voll kinder vorbei und setzten ihren hundeblick auf, legten die vielen armbaender auf den tisch und als wir ihnen sagten, dass wir kein interesse haben, setzten sie den hundewelpenblick auf und erzaehlten uns, dass sie schulbuecher braeuchten und geld, um ueberhaupt zur schule zu gelangen. Nach 15 min hatten sie es dann aufgegeben, sind zu viert auf den roller, der fahrer vielleicht 12 und auf zum naechsten touri. Auf dem rueckweg sind uns noch wietere kinder ueber den weg gelaufen, die alle dieselbe technik verwendeten. Ziemlich k.o. von der fahrt sind wir dann aufs zimmer um endlich zu schlafen. Doch fuer mich war die nacht nicht wirklich erholenswert. Der ventilator war ein lauter arsch und hatte keinen nutzen, wodurch ich die nacht mit schwitzen und aggressionsabbau verbringen konnte. Und weil der pool so aussah, als ob der schon seit der letzten saison kein chlor mehr gesehen hat, sind wir umgezogen, ins surfers inn mit gutem ventilator, einem sauberen und geil tiefen pool direkt am strand. Der strand war zwar nicht zum surfen geeignet, hatte aber einen ausgesprochenen guten warung, der spaeter zu unserem stammlokal wurde. Als wir die ganze sache abgehakt hatten, sind wir nach einem pancake mit surfbrett und roller den osten erkunden gegangen. Bei dieser fahrt bestaetigte sich der krasse unterschied zu bali, denn ausser einer „befestigten“ strasse, die von fiesen schlagloecher heimgesucht wurde, gab es sonst nur steinige felswege und hier und da mal ein dorf, sowie unglaublich ruhige wasserbueffelherden. Die landschaft im sueden ist vergleichsweise sehr trocken und nicht so dicht wie auf bali, aber ich denke, dass das auch etwas anders aussieht wenn die regenzeit in einigen wochen anbricht. Nach etwas fahrt kamen wir an einen huegel, der mit zelten und mopeds nur so uebersaeht war. Es sah aus wie eine art arbeitslager oder so, aber was die leute dort genau machten konnten wir uns nicht vostellen. Wie sich jedoch spaeter herrausstellte, gab es dort gold und die menschen brachten steine sackweise auf ihren rollern nach hause, um das gold zu waschen. Nur war das illegal und eines tages fanden wir das militaer einige hundert meter von dem huegel, die alle enheimischen filzten und auch keine einheimischen passieren lies. Am nachmittag war das militaer verschwunden, sowie etliche zelte abgebaut und der rest, so sah es zumindest aus, machte froehlich weiter und fuhr die saecke heim. Was aus der ganzen sache geworden war, wissen wir leider nicht, da das an unserem letzten tag in lombok geschah.
Wieder zurueck zum thema. Nach einer 20min fahrt sind wir am mawun beach angekommen. Ein unglaublicher schoener strand, unser lieblingsstrand, der das cliche von lomboks straenden wahrhaftig erfuellte und dazu kam, dass man dort alleine war. Die welle, die weiter draussen brach, sah nicht vielversprechend aus und so sind wir wieter. „12 km noch!“, meinte der security, dann kommt mawi beach, ein bekannter surfspot. Die bekanntheit dieses spots merkte man gleich an dem ueberdurchschnittlichen park- und zutrittspreisen. Der strand war nicht so weit und auch zum baden war er nicht wirklich geeignet, da das riff bis an den strand ging und man einen meter im flachen wasser zur abkuehlung hatte. Der sand war auch komisch. Bei jedem schritt steckte man gleich bis ueber dem knoechel im kochend heissen sand und als majan vom felsen nebenan gesprungen war, steckte er bis zu den knieen im sand. Nach unserem kleinen schnorchelgang ist majan dann mit dem brett zu den wellen und ich habe mich am strand ausgebtobt. Denn der strand war uebersaeht mit schoenen muscheln, auch wenn diese mit den majans mentawaimuscheln bei weitem nicht mithalten konnten, habe ich mich auf die such begeben. Nach kurzer zeit (normaler weise ist er fuer 2std im wasser) tauchte majan hinter dem felsen auf, er hatte sich am riff die hand aufgeschlitzt. So sind wir also denn langen heimweg angetreten. Die wellenvorhersage war ziemlich mies und somit stand das surfen nicht wirklich zur debatte. Die folgenden tage sind wir meist zum mawun beach, wo majan seiner prinzessin dann ein schloss aus bambus gebaut hat und sich ab und zu in den mikrigen wellen versuchte. An einem dieser tage wurde unsere kamera am strand geklaut. Wir hatten es erst spaeter bemerkt als wir bereits aus dem heimweg waren und als wir wieder zurueck fuhren um nocheinmal nachzusehen, bestaetgte es sich. Die securities wurden aufmerksam und halfen uns suchen, doch sie wurde eindeutig geklaut. Am strand liefen oefters kinder lang, die aus dem dorf hinter dem strand kamen und unsere verdaechtigen waren. wir gaben die suche auf und bei der abfahrt versicherte uns der security, dass er alles in seiner macht stehende tuen werde um dem fall nachzugehen. Am naechsten tag fuhren wir nocheinmal hin und bei der ankunft, rief uns der security zur seite. Er meldete den vorfall anderen securities, die sich mit dem vorfall die nacht ueber beschaeftigt hatten und nun alle beisammen sassen und majan nach hinweisen fragten. Wir erfuhren, dass es so einen vorfall angeblich seit 13 jahren nicht mehr gegeben haben soll, zumindest haben sie alle eine sehr bedrueckten eindruck gemacht und die sache schien sie wirklich mitzunehmen. Letztendlich haben wir unsere kamera nie wiedergesehen, es tat aber gut zu sehen wie sich die securities bemueht haben und das sie dagegen sind.
da im osten nichts ging mit surfen, sind wir nach grupuk. Das liegt im westen und majan hatte den spot lediglich gemieden, weil man mit einem boot auf das riff hinausgefahren werden muss um dort surfen zu koennen. In dem ort dort angekommen, konnte man schon einige bauplaene fue die zukunft erkennen und das der ort mal ziemlich viele unterkuenfte haben soll. Also sind wir fuer umgerechnet 2,50€ zum riff. Ein echt teurer preis, bei dem ich nicht wissen will wie viel die fahrt in 5jahren kosten mag. Ich bin mitgekommen um fotos zu machen. der spot war recht voll fuer die sonst so leeren straende, doch die landschft sah toll aus vom wasser. ich sass die 2 stunden im boot und versuchte einige gute bilder zu bekommen, jedoch habe ich majan meist nur von hinten die wellen reiten sehen. Im nachhinein war majan echt zufrieden, dass einzige stoerende ist nur der preis an der ganzen sache und als wir ein anderen tag nocheinmal hinausfuhren, waren es die vielen leute die im wasser sassen und stoerten. Der line-up war echt tierisch voll und es war ein nervenkitzel zuzuschauen, wenn die drei leute die die welle hatten, slalom durch die im weg liegenden surfer machten. Wir teilten uns das boot mit zwei australiern, vater und sohn. Der vater hatte seinen jungen exra 3 wochen krank geschrieben, denn er meinte wenn in australien erst schulferien sind, ist hier die hoelle los und das hat dann nichts mehr mit urlaub zu tun. Als es nach einer stunde endlich leerer wurde, kam majan zum boot zurueck, er hatte ein loch im brett, weil irgendein klops in sein brett reinrammen musste. Wir warteten noch ein weilchen, bis die anderen beiden fertig waren.
An einem der tage fuhren wir in die noerdlich gelegene stadt praya, da es in kuta lombok keine geldautomaten gibt und wir noch eine million rupia (70€) abheben wollten. Der weg fuehrte uns am geplanten internationalen flughafen fuer lombok entlang. Dieser ist seit 2006 im bau, sollte eigentlich schon fertig sein, ist er aber nicht und der naechste zeitpunkt ist fuer 2011 gesetzt. Mit dem neuen flughafen werden 3,2 millionen touristen mehr erwartet, jedoch reicht die kapazitaet der unterkuenfte momentan lediglich fuer 800’000 menschen und so werden wohl viele am strand zwischen den hunden schlafen muessen. Apropo hunde. Die strassenhunde sahen auf bali ja schon nicht wirklich gesund aus, aber was auf lombok abgeht ist wirklich die haerte. Die hunde auf lombok sehen durch die staendigen kaempfe untereinander echt mitgenommen aus. Bei dem krassesten hund, den wir gesehen hatten, fehlte ein kompletes stueck fleisch am oberruecken und er rannte mit seiner offenen wunde herum, waehrend die anderen hunde ihre zaehne fletschten. Ein anderes bild war eine huendin mit offener schulter, die drei oder vier jungen an ihren zitzen hatte. Die laute von quieckenden und kaempfenden hunden waren ein staendiger begleiter, sobald hunde in der naehe waren. hund auf bali moechte man defiinitiv nicht sein.
Zurueck zur fahrt nach praya. Als wir nach einem weilchen fahrt angekommen waren, haben wir uns ein internetcafe gesucht. Doch wie in kuta war auch hier das internet so langsam und mies, dass wir die sache mit lombok und internet aufgegeben hatten und es einfach in bali versuchen wuerden. Eine million rupia reicher sind wir wieder richtung kuta. Auf dem weg kamen wir an einem sassak dorf vorbei. Lombok ist fuer seine haeuser im sasak stil bekannt und auch die leute sprechen sassak sprache, sodass wir mit unseren drei woertern indonesisch aufgeschmissen waren. Wir entschlossen uns dazu durch das dorf zu gehen. Beim eingang fingt uns dann ein einheimischer ab und erklaert uns, dass wir einen fuehrer braeuchten. Da er zufaellig ein sogenannter fuehrer war, spazierten wir mit ihm durchs dorf. Dieses war kein wirklich traditionelles dorf, indem jede person seiner urspruenglichen arbeit nachging, denn es wimmelte nur so von frauen, welche versuchten ihre selbstgefertigten sarong und andere waren an die touris zu verscherbeln. Wir kamen uns ein bisschen verarscht vor als der fuehrer uns zum 6x erzaehlte, das 750 menschen in 150 sasak huetten lebten. Zumindest haben wir diesen fakten auf der festplatte abspeichern koennen. Zudem erfuhren wir, dass die huetten zum teil aus wasserbueffelkacke sind, da dies angeblich vor muecken schuetzt und das das dorf eine reine inzesttruppe ist, denn das jemand von dem einen dorf einen aus dem anderen dorf heiratet ist nicht gern gesehen und das dorf welches die braut haben will, muss wasserbueffel an das andere dorf abdruecken. Etwas kompliziert, ich habe es mir mehrmals in bruechigem englisch erklaeren lassen und hoffe ich konnte es einigermassen verstaendlich wiedergeben. Wir konnten unseren Fuehrer mit einem betrag unserer wahl bazahlen, gaben einen euro und sind dann zurueck nach kuta.
Die letzten tage auf kuta haben wir wieder am mawun beach verbracht, sowie mit etwas herumgeduese in der landschaft und einem erneuten besuch in grupuk.

Wir fuhren auf eigene faust, was uns recht gut gegleuckt war, nach bali zurueck und verbrachten die letzte woche eher unentspannter. Unser plan war es ein paket nach hause zu schicken und um die inhalte wollten wir uns in dieser woche bemuehen. Das artete dann teilweise zu anstrengenden touren durch ganz bali aus und fuehrte letztendlich doch noch zur vollendung unseres paketes. Es betrug 12kg, masse von bis zu 1,5m und aufgrund der guenstigen preise kommt es als seefracht und dauert dann doch 2 bis 3 monate.

Aktuelle ergaenzung:

Wir sind seit Sonntag (1.advent) in carnarvon an der westkueste australiens und haben in der letzten woche eine strecke von 3400km hinter uns. Die konten sind leer und wir suchen arbeit. Besser gesagt sucht majan morgen, denn ich habe morgen meinen ersten tag bei einem motel. 900m fussweg vom campingplatz. Ich weiss noch nicht genau was mich dort erwartet und werde mich in dieser woche hinter einen neuen aktuellen bericht klemmen. Majan war wesentlich fleissiger und daher koennt ihr einzelheiten und berichte aus australien, sowie beeindruckende bilder aus lombok bei majan sehen. Ach und wer sie noch nicht gesehen hat, die mentawai bilder sind erste sahne mit kirsche obendrauf. Also geniesst die bilder aus der waerme.

p.s.: in den spaeten abendstunden muessen wir uns schon ein tshirt anziehen und die naechte werden auch nicht mehr durchgeschwitzt, aber der sommer beginnt ja erst. Keinen grund zur sorge also.


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